GILT AB SOFORT: ÖSTERREICH GEHT MIT UMSTRITTENER MAßNAHME GEGEN URLAUBSVERKEHR VOR

Hohe Geldstrafen drohen

Gilt ab sofort: Österreich geht mit umstrittener Maßnahme gegen Urlaubsverkehr vor

Kroatien- oder Italien-Urlauber wollen nur eines: schnell durch Österreich kommen. Umgekehrt sieht man das ähnlich – und zieht die „Schranken“ an Ausfahrten hoch.

Salzburg – Für einige startet in den nächsten Tagen der Sommerurlaub. Wen es Richtung Süden zieht, sollte sich aber in Acht nehmen. Was den meisten Autofahrer nämlich vollkommen harmlos erscheinen dürfte, kann dicken Behörden-Ärger nach sich ziehen. Seit kurzem gelten in Österreich nämlich Verbote einiger Autobahnabfahrten. Sich einfach über die Sperren hinwegsetzen sollte man besser nicht, auch wenn die Maßnahme umstritten ist.

Österreich riegelt Tauernautobahn ab: Abfahren für Durchreisende verboten

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Lage auf Österreichs Straßen nicht nur für Urlauber auf der Durchfahrt, sondern auch für Behörden und Anwohner zunehmend zur Geduldsprobe. Im Stau steht schließlich niemand gerne. Gerade deshalb ist es laut heute.at den Anwohnern ein Dorn im Auge, wenn Urlauber auf dem Weg in die Ferien auf Landstraßen ausweichen. Das hat nämlich oft zufolge, dass nicht nur die Fernstrecken, sondern auch ganze Dörfer dicht sind.

Bei den Massen an Ferienfahren kaum verwunderlich. Wie rosenheim24.de berichtete, rollen an den Sommerwochenenden rund 200.000 Fahrzeuge auf der Tauernautobahn in Richtung Kroatien und Italien. David Egger von der oppositionellen SPÖ sagte dem Nachrichtenportal: „Zu Pfingsten war die Tauernautobahn der größte Parkplatz Österreichs“.

Die Konsequenz dieser Reisendenflut sind Ausfahrts- und Durchfahrtsverbote während der Sommermonate. Vom 5. Juli bis 8. September 2024 könnte es für Autofahrer schwierig werden, die Tauernautobahn (A10) zu verlassen. Auf den fast 200 Kilometern zwischen Salzburg und Kärnten wurden Verbote für insgesamt 14 Autobahnabfahrten verhängt.

14 Abfahrten auf Österreichs Tauernautobahn durchgehend gesperrt

Zwischen Puch-Urstein (Tennengau) und Zederhaus (Lungau) sollten sich Urlauber also besser mit der A10 anfreunden. Folgende Abfahrten sind in dem genannten Zeitraum ganztägig tabu (0 bis 24 Uhr), und zwar durchgängig, wie ein Pressesprecher vom Land Salzburg gegenüber IPPEN.DIGITAL betonte:

  • Puch-Urstein
  • Hallein
  • Kuchl
  • Golling-Abtenau
  • Werfen
  • Pfarrwerfen
  • Knoten Pongau
  • Lammertal-Hüttau
  • Eben im Pongau
  • Autobahnraststätte Eben (über Gemeindestraße)
  • Altenmarkt
  • Flachau
  • Flachauwinkl
  • Zederhaus

Quelle: Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), salzburg.gv.at

Entgegen der Informationen anderer österreichischen Medien galten die Ausfahrtsverbote auch unter der Woche. „Das hat verkehrsdynamische Gründe, um zu überprüfen, inwiefern sich an die Maßnahme gehalten wird“, so der Sprecher weiter. Neben den Ausfahrtsverboten gelten in den Sommerferien auch Durchfahrtsverbote im Gemeindegebiet von Anif, Grödig, Elsbethen, Großgmain, Wals-Siezenheim und der Stadt Salzburg.

„Zielverkehr ist ausgenommen“: Wer abfahren muss, darf auch es

Vorstellen, was passiert, wenn Blechkolonnen, wie oftmals am Brenner, sich von der Autobahn auf die Landstraße verlagern, will man sich in Salzburg anscheinend nicht. Es den Landsleuten zumuten, schon gar nicht. Für Urlauber heißt das: Geduld mitbringen. Kommt es zum Stau, geht es für sie erst weiter, wenn sich der Vordermann in Gang setzt. Ein Ausweichen über die Ortschaften ist nicht drin.

Der „Zielverkehr ist ausgenommen“, heißt es auf der Homepage des Salzburger Landes. Wer die Ausfahrten nehmen muss, weil er genau dort Urlaub machen möchte, darf abfahren. Im Falle einer Kontrolle müsse man das aber österreichischen Beamten gegenüber glaubhaft machen können, informiert der ADAC. Eine genaue Zieladresse oder noch besser eine Buchungsbestätigung einer Ferienunterkunft parat zu haben, dürfte bei der Überzeugungsarbeit helfen.

Anwohner prangern zu lasche Kontrollen an, der ADAC stört sich generell an der Maßnahme

Wirklich kontrolliert, ob die Verbote auch eingehalten werden, würde aber ohnehin zu selten passieren, kritisieren Anwohner laut dem österreichischen Newsportal heute.at. Trotz der Sperren seien Ausweichrouten immer wieder verstopft gewesen. Bereits in den vergangenen Jahren griffen die Verantwortlichen auf die international umstrittene Maßnahmen zurück, um Anwohner zu entlasten. Übrigens nicht nur im Salzburger Raum, sondern auch in Tirol.

Die gesperrten Ausfahrten werden von den Behörden direkt in die Datenbank von Navigationssystemen eingespielt, sodass entsprechende Ausweichrouten von Google Maps und Co. erst gar nicht angezeigt würden, schreibt der deutsche Automobilclub, nicht ohne Unmut über die Maßnahme zu verhehlen. „Der ADAC tritt für einen freien und ungehinderten Reiseverkehr ein“, heißt es auf der Homepage zu dem Thema.

Ungeachtet dessen, empfiehlt der Club aber grundsätzlich, bei Stau auf der Hauptroute zu bleiben und nicht über Land auszuweichen. Eben, weil die Wege schnell verstopfen könnten. Mit Blick auf die Ausfahrtsverbote rät der ADAC, sich an die Regeln zu halten. Andernfalls könnte es „hohe Geldstrafen“ nach sich ziehen, ohne zu spezifizieren, wie hoch genau. Dass Österreich aber nicht davor zögert, in Verkehrssachen rigoros durchzugreifen, dürften aber spätestens seit diesem Jahr klar sein. Werden Tempolimits vollkommen missachtet, dürfen Raser im Fall zu Fuß weitergehen. (rku)

2024-07-09T17:24:54Z dg43tfdfdgfd